Freitag, 4. April 2014

Meine Version vom Glück! Ein offener und ehrlicher Mutmach-Post!!!


Im September 2013 erhielt ich einen Brief von meiner Frauenärztin.
"Leichte Zellveränderungen" und "kein Grund zur Beunruhigung" stand darin.

Puh, das hat mich doch erstmal irritiert. Ich gehe regelmäßig zur Vorsorge-Untersuchung und so einen Brief hatte ich bis dato noch nie bekommen.

Es wurde empfohlen in 2-3 Monaten eine weitere Abstrich-Untersuchung machen zu lassen.
Die fand dann im Dezember 2013 statt. Nach einer Woche bekam ich einen Anruf, der Befund war leider nicht in Ordnung Pap III und meine Frauenärztin empfahl mir eine PE (Probeentnahme).

Im Januar fand dann die PE in Köln im Severinsklösterchen statt. Bei der PE konnte ich zuschauen und mit Hilfe einer Essiglösung wurden die "leichten Veränderungen" sichtbar. Nicht schön der Gedanke, dass das was da zu sehen war, bösartig sein kann. Ein echt mulmiges Gefühl stieg in mir auf.

Eine Woche nach der PE kam dann der Befund aus der Pathologie und es hieß, dass das Ergebnis auch nicht besser sei und nun wurde mir eine Konisation empfohlen. Natürlich wollte die diese Konisation, denn langsam war ich wirklich beunruhigt.

Die Konisation fand dann ambulant am 19.02.2014 in Köln in der Praxisklinik statt. Hierbei wurde ein Konus von 1,5 cm Größe vom Muttermund herausgeschnitten.
Ich musste dann 14 Tage zu Hause bleiben und tatsächlich hatte ich noch 10 Tage Nachblutungen.
Eine Woche nach der Konisation erhielt ich dann einen Anruf von dem Arzt, der die Konisation durchgeführt hatte. Der Befund wäre da und lautete leider: Gebärmutterhalskrebs!

Der Arzt empfahl mir eine Hysterektomie, also eine Entfernung der Gebärmutter.
Die Eierstöcke sollten jedoch erhalten bleiben.
Das war natürlich erstmal ein Schock. Ich fragte, wo ich dies machen lassen könnte und er schlug vor, zu ihm in das St. Katharinen-Hospital nach Frechen zu kommen. Ich vereinbarte am gleichen Tag noch dort einen Termin.

Der OP-Termin sollte am 27.03.2014 sein. Also 4 Wochen noch warten auf die OP.
Ich ging dann  noch 2 Wochen und 2 Tage arbeiten, die Beschwerden nach der Konisation hielten sich in Grenzen aber die 14 Tage Arbeitsunfähigkeit waren durchaus berechtigt.

Natürlich machte ich mir Gedanken zu diesem Thema.
Will ich das? Ist diese OP notwendig? Was genau heißt das für mich, für meinen Körper?
Und und und...
Ich bin nun auch nicht der Typ, der sowas nur mit sich alleine ausmacht, ich rede offen drüber und da erfährt man natürlich von vielen, dass sie selbst oder andere davon betroffen waren/sind und man hört viele verschiedene Erfahrungsberichte.
Wichtig dabei ist allerdings, dass man sich nicht verrückt machen lässt. Bei jedem Mensch lautet die Diagnose anders und man kann seine eigene Geschichte nie mit der einer anderen vergleichen. Jeder Körper ist anders und daher ist auch der Ablauf so einer Krankengeschichte bei jedem Menschen anders.

Für mich stand allerdings fest, da ich sowieso keinen Kinderwunsch hatte, dass ich diese OP machen lassen würde. Selbst wenn es tatsächlich nur rein vorsorglich ist, fühlte ich mich besser mit dem Gedanken, dass da nichts mehr wachsen kann, was man nicht haben will. Besser als der Gedanke, es könnte nach der Konisation wieder etwas wachsen.Vielleicht versteht ihr meine Gedanken.


Am Mittwoch, den 26.03.2014 wurde ich also stationär im St.Katharinen-Hospital in Frechen aufgenommen. Es erfolgten Blutabnahme, Aufnahmegespräch, Anästhesiegespräch.
Dann endlich gegen Mittag bekam ich mein Bett zugewiesen.
Ich richtete mich ein, packte meine Tasche aus und machte mich mit dem Zimmer und den Bettnachbarinnen vertraut. Sogar ein Mittagessen bekam ich schon.
Irgendwann war ich dann allein mit mir und den Bettnachbarinnen, den Schwestern und Ärzten. Ich freute mich schon auf ein Abendessen, aber stattdessen bekam ich 4x0,75 l Mineralwasser, sowie ein Abführmittel.
Na klasse, damit hatte ich ja irgendwie gar nicht gerechnet. Aber es leuchtete mir ein, warum dies notwendig war. Ich führte also brav ab. Alledings ging es mir gegen 22 Uhr recht schlecht, so dass ich eine Infusion bekommen musste. Das war wohl zu viel Flüssigkeitsverlust in zu kurzer Zeit.

Am nächsten Morgen kam ich dann als erstes dran um kurz nach 8 Uhr. Die OP verlief komplikationslos, ich sah gegen 9.45 Uhr die Uhr im Aufwachraum und konzentrierte mich darauf wieder wach zu werden. Bis 12.30 Uhr verbrachte ich allerdings die Zeit dort, erst dann wurde ich mit stabilem Blutdruck wieder auf die Station gefahren. Mein lieber Mann wartete schon auf mich. Wie schön wieder da zu sein! Ich war jedoch recht geschwächt und meine Augen fielen immer wieder zu, richtig schlafen ging nicht, da die Schmerzen und die leichte Übelkeit mich davon abhielten. Am Nachmittag rief ich dann die Schwester und fragte nach einem Schmerzmittel sowie wie etwas gegen die Übelkeit. Ich bekam eine Infusion und dann ging es langsam besser.

Das Abendessen stand an und die wirklich eklige große Gewürzgurke auf dem Teller meiner Bettnachbarin brachte mich dazu, dass ich mich übergeben musste. ;-P
Aber.... danach ging es mir besser, endlich war dieser Klos im Hals raus. Ich verschlang sogar eine Scheibe Brot mit Käse, aber die Gurke, ließ ich vorher vom Teller entfernen. ;-)

Die Nacht war ok, obwohl der Blasenkatheter ein wenig zwickte und die Schmerzen noch da waren. Ich ließ mir nochmal etwas gegen die Schmerzen geben, nach einer halben Stunde ging es und ich konnte einschlafen.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich schon besser. Nach dem Bettenmachen wurde der Blasenkatheter entfernt. Ich bekam Frühstück, mein Mann kam auch schon, wurde aber dann rausgeworfen. Wir hatten schlicht übersehen, dass die Besuchszeit erst ab
13 Uhr war. Aber ein wenig netter hätte man das ja meinem Mann auch sagen können. Nicht jede Schwester hat da das richtige Feingefühl. ;-)


Am Samstag bekam ich dann Besuch von meiner Familie. Meine Eltern und meine Schwester reisten extra aus dem Sauerland an. Blümchen und Süßigkeiten brachten sie mir mit. Ich freute mich sehr darüber. 
Wir spazierten langsam etwas im "Krankenhauspark" und setzten uns in die Caféteria auf ein Stück Kuchen und Kaffee.
Den Latte Macchiato hätte ich besser nicht getrunken, denn er sorgte dafür, dass ich abends nicht gut einschlafen konnte. Meine Gedanken kreisten. Wahrscheinlich war ich auch etwas aufgedreht.
Irgendwann aber schlief ich dann doch ein.

Mein Mann brachte mir auch Post von zu Hause mit. Ein Päckchen von meiner Freundin aus Hamburg. Sie hatte mir doch tatsächlich ihr Erstlingswerk geschenkt. Ein kleines Täschchen mit Schoki, Schoko-Maske, Handcreme und Labello. Dazu die niedliche Pauli-Karte. Damit kann man doch nur gesund werden!!! Danke von hier aus an dich, Pedi!!!
Schaut selbst, sieht das nicht toll aus?



Sonntag war es relativ ruhig im Krankenhaus. Mein Mann und ich machten wieder einen kleinen Spaziergang, dieses Mal ein wenig weiter als nur der "Krankenhauspark", aber es klappte schon ganz gut. Herrlich, diese Sonne, die Frühlingsluft...!


Meine Beine waren mittlerweile schon recht lädiert von den Thrombosespritzen, aber was sein muss muss sein. Die blauen Flecken gehen auch wieder weg und die Thrombosestrümpfe habe ich schon am Entlassungstag im Krankenhaus gelassen.;-)

Die Zeit im Krankenhaus ist schon wichtig für die Genesung. Nur dort kann man sich wirklich schonen, denn man hat ja nur sein Bett. Eine nette Bettnachbarin ist dann natürlich auch noch sehr wichtig und die hatte ich Gott sei Dank! Wir haben uns sehr gut verstanden und auch viele Späßchen gemacht. Lachen ist halt die beste Medizin und lenkt ungemein ab!

Mittags gab es "Rote Rosen" und abends "Alles was zählt" und "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", zwischendurch natürlich auch mal was anderes und selbstverständlich die Tagesschau.
Etwas leichte Unterhaltung ist auch gut, damit man mal auf andere Gedanken kommt.

Nun bin ich seit Mittwochmittag wieder zu Hause. Ich konnte nach der Visite gehen und habe sogar noch meinen Bericht mit Befund mitbekommen.
Alles ist in Ordnung!

Ich habe da glaube ich ganz schön viel GLÜCK gehabt, dass alles früh genug erkannt wurde, durch die Vorsorgeuntersuchungen! Ein HOCH auf die VORSORGE!
Ich kann wirklich nur jeder Frau raten, sich einmal jährlich untersuchen zu lassen. Es gibt aber wohl tatsächlich immer noch Frauen, die jahrelang nicht zur Vorsorge gehen, das kann ich absolut nicht verstehen.
Vorbei ist es nun auch mit der Einnahme der Pille. Ich bin gespannt, wie es sich nun damit leben lässt und wie sich der Körper eventuell verändern wird.

So, nun habe ich hier tatsächlich einen halben Roman geschrieben, aber ich wollte euch davon berichten. Natürlich habe ich überlegt, ob diese doch eigentlich sehr private Angelegenheit überhaupt etwas in meinem Blog zu suchen hat, aber wichtig finde ich, dass damit hoffentlich anderen Frauen Mut gemacht wird.


Danke für eure Aufmerksamkeit, wenn ihr bis hier unten durchgehalten habt!
Es war mir wichtig, meine Gedanken loszuwerden...



Kommentare:

  1. Liebe Anja!

    Uff, das muss ich jetzt erst einmal verdauen. Beim Lesen hatte ich abwechselnd Gänsehaut, und die Tränen standen mir in den Augen. Ich finde es gut, dass Du das mit uns geteilt hast, und ich wünsche Dir auf jeden Fall jetzt ganz doll gute Besserung und dass Du gesund bleibst.

    Ganz liebe Grüße

    von Birgit

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  2. Liebe Anja,

    ich wünsche Dir von ganzem Herzen weiterhin alles, alles Gute und das Du diese Geschichte nach und nach auch gut verdaust! Es wird seine Zeit brauchen, auch wenn man es zuerst gar nicht denkt - ich habe das selbst auch schon hinter mir, aber wie Du schon sagst...jeder Mensch und jeder Körper ist anders.

    Gute Besserung und werde erst wieder richtig gesund bevor Du dich wieder ins Arbeitsleben stürzt...es läuft Dir nix weg - mach also lieber langsam.

    Ganz liebe Grüße und ich wünsche Dir und Deinem Mann ein wunderschönes Wochenende,

    Marion

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  3. Liebe Anja, auch ich wünsche Dir, dass Du nach diesem Eingriff wieder zu Kräften kommst und Dich in aller Ruhe vollkommen erholen kannst, bevor Du wieder in den Arbeitsalltag zurückkehrst. Es ist ein wahrer Segen, dass es so rechtzeitig entdeckt wurde.
    Nun sei ganz lieb gegrüßt von Lene (die Dir ganz viele gute Gedanken schickt)

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  4. liebe anja, vielen dank für deinen mut und diesen post. ich schicke dir gute wünsche für deine genesung - nimm dir die zeit, die du brauchst. mit lieben grüßen
    kiki

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  5. Liebe Anja,
    ich habe jetzt doch einen ziemlichen Schreck bekommen und leider fehlen mir ganz oft die richtigen Worte ....
    Ich wünsche dir gute Besserung, und dass du dich ganz schnell wieder erholst.
    Ganz liebe Grüße
    ~Sabine~

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  6. liebe anja,
    da hattest du in den letzten wochen keine einfache zeit. ich hoffe sehr, dass du dich nun schnell besser fühlst und dieses kapitel damit abeschlossten ist. vielen dank für deinen offenen post!
    linnea

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  7. Schön, dass das Schlimme sich zum Guten gewendet hat. Alles Liebe weiterhin für Dich.

    Ganz liebe Grüsse von einer ansonsten stillen Leserin

    Andrea

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    1. Danke dir, Andrea!
      Leider habe ich keine Möglichkeit gefunden, dir per Email zu antworten.
      LG
      Anja

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  8. Guten Morgen , Anja
    DANKE für deinen tollen Bericht.
    Sehr mutig von Dir.
    liebe grüße
    gudrun

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  9. Liebe Lunacy,

    Deine ehrlichen Worte haben mich sehr berührt. Vor allem freue ich mich mit Dir über das positive Ende!
    Liebe Grüsse, Kirstin

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  10. Liebe Anja,

    wie schön von Dir zu lesen, dass Du alles gut überstanden hast! Erhole Dich gut!

    Liebe Grüße
    Nani

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  11. Liebe Anja,
    ich war zunächst erschrocken über Deinen Bericht, aber froh, dass sich alles zum Guten gewendet hat. Ich wünsche Dir, dass Du bald wieder auf die Beine kommst.
    Liebe Grüße
    Ariane

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  12. Liebe Anja, es ist wirklich sehr mutig, dass Du Deine Geschichte so offen erzählst. Du schreibst in einem sehr positiven, anpackenden Ton, der bestimmt Vielen Mut machen wird. Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung und alles Gute!
    Liebe Grüße,
    Snorka

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Ich danke euch für euren Kommentar!